Echinokokkose beim Hund: Der Bandwurm, der auch Menschen schaden kann
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Inhalt
Kurz gesagt
Echinokokkose ist eine Infektion mit einem winzigen Bandwurm, der im Darm des Hundes lebt, und die meisten infizierten Hunde wirken gesund. Das Hauptrisiko besteht für Menschen, die Zysten entwickeln können, wenn sie Eier aus dem Kot verschlucken. Hunde stecken sich durch rohe Organe an, also verfüttere keine Innereien, sammle den Kot täglich auf und entwurme regelmäßig mit einem Mittel gegen Bandwürmer.

| Ursache | Ein sehr kleiner Bandwurm der Gattung Echinococcus |
|---|---|
| Betrifft | Der Dünndarm des Hundes, wo der erwachsene Wurm lebt |
| Am stärksten gefährdet | Hunde, die nach Hausschlachtungen Innereien zu fressen bekommen, Kadaver fressen oder sich in der Nähe von Bauernhöfen und Schlachtplätzen herumtreiben |
| Wie sich das Virus verbreitet | Ein Hund steckt sich an, wenn er rohe Organe von Nutztieren frisst, die Zysten des Bandwurms enthalten |
| Erste Anzeichen | Die meisten Hunde mit dem Hundebandwurm zeigen überhaupt keine Anzeichen, selbst bei vielen Würmern |
| Häufige Anzeichen | Ein starker Befall kann manchmal zu struppigem Fell, Gewichtsverlust, Mattigkeit oder leichtem Durchfall führen |
| Diagnose | Eine routinemäßige Kotuntersuchung kann Bandwurmeier finden, übersieht Echinococcus aber oft |
| Behandlung | Der Tierarzt behandelt den Hund mit einem Wurmmittel gegen Bandwürmer, das oral oder per Injektion verabreicht wird |
| Prognose | Die Behandlung schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung; ein Hund kann sich über rohe, infizierte Organe neue Würmer einfangen |
| Vorbeugung | Halte den Hund von rohen Organen fern und entwurme ihn regelmäßig mit einem Mittel, das gegen Bandwürmer wirkt |
| Risiko für Menschen | Wenn ein Mensch Eier aus dem Kot eines infizierten Hundes verschluckt, können Larven langsam wachsende Zysten in Leber, Lunge oder anderen Organen bilden |
Echinokokkose ist eine Infektion mit einem sehr kleinen Bandwurm der Gattung Echinococcus. Auf dem Balkan ist die wichtigste Art Echinococcus granulosus, oft Hundebandwurm genannt. Der erwachsene Wurm ist nur wenige Millimeter lang und lebt im Dünndarm des Hundes. Die meisten infizierten Hunde wirken gesund.
Das größte Risiko besteht für Menschen. Die Eier des Bandwurms werden mit dem Kot des Hundes ausgeschieden. Verschluckt ein Mensch sie, können die Larven langsam wachsende Zysten in Leber, Lunge oder anderen Organen bilden. Diese Erkrankung heißt zystische Echinokokkose oder Hydatidose. Regelmäßiges Entwurmen mit einem Mittel, das gegen Bandwürmer wirkt, und ein paar einfache Gewohnheiten zu Hause schützen den Hund und die Familie.
Wie sich Hunde anstecken
Der Hundebandwurm braucht zwei Arten von Tieren, um seinen Lebenszyklus zu vollenden. Hunde und einige wilde Hundeartige wie Wölfe tragen den erwachsenen Wurm. Nutztiere wie Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine tragen das Larvenstadium. In ihnen bildet es flüssigkeitsgefüllte Zysten, vor allem in Leber und Lunge.
Ein Hund steckt sich an, wenn er rohe Organe frisst, die solche Zysten enthalten. Das passiert oft, wenn Hunde nach Hausschlachtungen Innereien zu fressen bekommen, Kadaver fressen oder sich in der Nähe von Bauernhöfen und Schlachtplätzen herumtreiben. Eine Zyste kann eine sehr große Zahl winziger Bandwurmköpfe enthalten, sodass schon eine einzige Mahlzeit zu vielen Würmern führen kann.
Etwa fünf bis acht Wochen später beginnen die Würmer, Eier abzugeben. Die Eier werden mit dem Kot des Hundes ausgeschieden und können Nutztiere und Menschen sofort infizieren. Ein Hund bekommt den Darmwurm nur, wenn er infizierte Organe frisst, und kann sich daher nicht über den Kot eines anderen Hundes anstecken.
Der Parasit ist dort am häufigsten, wo Nutztiere gehalten werden und Hunde an rohe Organe gelangen können. In Europa kommt er vor allem im Süden und Südosten vor, und in weiten Teilen der Balkanregion ist er ein wichtiges Problem für die öffentliche Gesundheit. Bulgarien und Rumänien gehören zu den am stärksten betroffenen Ländern, und Bulgarien meldet regelmäßig eine der höchsten Erkrankungsraten beim Menschen in der EU.
Eine verwandte Art, der Fuchsbandwurm, lebt in Mitteleuropa vor allem in Füchsen. Hunde können sich anstecken, wenn sie infizierte Mäuse und Wühlmäuse fressen. Beim Menschen verursacht er eine noch schwerere Erkrankung, und in letzter Zeit wurden Fälle beim Menschen auch in Kroatien und Serbien nachgewiesen.
Was Halter bemerken können
Die meisten Hunde mit dem Hundebandwurm zeigen überhaupt keine Anzeichen, selbst bei vielen Würmern. Die Würmer und ihre Glieder sind so klein, dass Halter sie fast nie im Kot oder im Bereich des Schwanzes sehen. Wenn Anzeichen auftreten, sind sie meist mild und unspezifisch. Ein starker Bandwurmbefall kann manchmal folgende Anzeichen verursachen.
- Struppiges oder zotteliges Fell
- Schlechter Allgemeinzustand oder Gewichtsverlust
- Wechselnder Appetit
- Mattigkeit oder Reizbarkeit
- Leichter Durchfall, gelegentlich mit Blut
Diese Anzeichen kommen auch bei vielen anderen Problemen vor, darunter ein Befall mit anderen Würmern. Ein Hund, der gesund aussieht, kann trotzdem Eier ausscheiden. Deshalb richten Tierärzte die Bandwurmbehandlung nach dem Risiko des Hundes aus, unabhängig davon, ob er Anzeichen zeigt.
Selten bildet ein Hund selbst Zysten in seinen Organen, meist in der Leber. Das geschieht in der Regel, nachdem er Eier des Fuchsbandwurms verschluckt hat, zum Beispiel durch das Fressen von Kot eines infizierten Tieres. Es kann einen geschwollenen Bauch und allgemeine Krankheitszeichen verursachen und erfordert eine spezialisierte tierärztliche Behandlung.
Wann du schnell zum Tierarzt solltest
Für den Hund selbst ist die Echinokokkose selten ein Notfall. Wende dich zeitnah an deinen Tierarzt, wenn dein Hund blutigen Durchfall, einen geschwollenen oder schmerzhaften Bauch, wiederholtes Erbrechen, deutliche Schwäche oder Gewichtsverlust ohne erkennbaren Grund hat. Diese Anzeichen können viele Ursachen haben und müssen gründlich untersucht werden.
Es lohnt sich auch, bald beim Tierarzt anzurufen, wenn du weißt, dass dein Hund rohe Organe von Schlachttieren oder einen Kadaver gefressen hat, besonders in einer Gegend, in der der Parasit häufig vorkommt. Eine frühe Behandlung kann die Würmer beseitigen, bevor sie beginnen, Eier abzugeben. Dein Tierarzt kann dir sagen, ob jetzt behandelt werden sollte und wie du in der Zwischenzeit mit dem Kot umgehst.
Wenn ein Familienmitglied anhaltende Bauchschmerzen, langwierigen Husten oder andere unerklärliche Symptome hat, sollte es sich ärztlich untersuchen lassen und dabei den engen Kontakt zu Hunden erwähnen. Beim Menschen wachsen Zysten oft jahrelang, bevor sie überhaupt Symptome verursachen.
Wie Tierärzte Parvo diagnostizieren und behandeln
Eine routinemäßige Kotuntersuchung kann Bandwurmeier finden, übersieht Echinococcus aber oft. Die Eier werden nur ab und zu ausgeschieden, und die Bandwurmglieder sind fast unsichtbar. Unter dem Mikroskop sehen Echinococcus-Eier außerdem genauso aus wie die Eier von Taenia, einem häufigeren Bandwurm des Hundes. Spezialisierte Labore können sie mit einem DNA-Test (PCR) unterscheiden, und manche bieten einen Antigentest aus dem Kot an. Wo der Parasit häufig ist, gehen Tierärzte bei allen in einer Kotuntersuchung gefundenen Bandwurmeiern davon aus, dass es sich um Echinococcus handeln könnte.
In vielen Fällen behandelt der Tierarzt den Hund einfach, weil dieselbe Art von Medikament auch gegen die häufigen Bandwürmer des Hundes wirkt. Es handelt sich um ein Wurmmittel gegen Bandwürmer, das oral oder per Injektion verabreicht wird. Ist Echinococcus bestätigt, empfehlen europäische Leitlinien zur Parasitenbekämpfung zwei Behandlungen im Abstand von 24 Stunden, nach jeder Behandlung ein Bad, um Eier aus dem Fell zu waschen, sowie strenge Hygiene. Eine Kontroll-Kotuntersuchung ein bis zwei Wochen später zeigt, ob die Behandlung gewirkt hat.
Kot, der in den ersten Tagen nach der Behandlung abgesetzt wird, kann noch Eier enthalten. Dein Tierarzt wird dir in der Regel raten, jeden Kothaufen sofort mit Handschuhen aufzusammeln, in einem Beutel zu verschließen und dir danach gründlich die Hände zu waschen. Die Behandlung schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung. Ein Hund kann sich neue Würmer einfangen, sobald er das nächste Mal rohe, infizierte Organe frisst.
Risiken für Menschen und andere Haustiere
Menschen stecken sich mit der zystischen Echinokokkose an, indem sie Eier aus dem Kot eines infizierten Hundes verschlucken. Die Eier können über verunreinigte Erde, Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser in den Mund gelangen oder über Hände, die das Fell eines infizierten Hundes berührt haben. Für den Parasiten ist der Mensch eine Sackgasse, deshalb wird er nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Parasitenexperten raten zu besonderer Vorsicht in Haushalten mit kleinen Kindern, die nah am Boden spielen und oft die Hände in den Mund nehmen.
Beim Menschen bilden sich Zysten am häufigsten in Leber und Lunge. Sie können jahrelang unbemerkt wachsen. Später können sie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, chronischen Husten oder Schmerzen in der Brust verursachen. Die Behandlung kann langwierig sein und eine Operation umfassen. Deshalb legen Tierärzte und Fachleute für öffentliche Gesundheit so großen Wert auf die Entwurmung von Hunden.
Unter den Haustieren sind Hunde die wichtigste Quelle für die Eier. Die Eier, die ein Hund ausscheidet, infizieren Nutztiere und Menschen, und so bleibt der Kreislauf überall dort in Gang, wo Hunde rohe Innereien fressen. Andere Hunde im Haushalt können sich mit dem Darmwurm nur auf demselben Weg anstecken, nämlich durch das Fressen infizierter Organe.
Vorbeugung zu Hause
Die Vorbeugung besteht aus zwei Teilen: Halte den Hund von rohen Organen fern und entwurme ihn regelmäßig mit einem Mittel, das gegen Bandwürmer wirkt. Parasitenexperten empfehlen außerdem einige Gewohnheiten für den Alltag.
- Verzichte darauf, rohe Innereien zu verfüttern, besonders Leber und Lunge von Schafen, Ziegen, Rindern oder Schweinen. Wenn überhaupt Organe gefüttert werden, sollten sie vorher gründlich gekocht werden.
- Halte Hunde in der Nähe von Bauernhöfen, Weiden und Schlachtplätzen an der Leine oder in einem eingezäunten Bereich.
- Sammle den Kot täglich auf und entsorge ihn im Hausmüll, niemals auf dem Kompost.
- Wasch dir nach dem Umgang mit Hunden und vor dem Essen die Hände und bring Kindern bei, es genauso zu machen.
- Trag bei der Gartenarbeit Handschuhe und wasch Obst und Gemüse, das roh gegessen wird.
- Pflege das Fell des Hundes regelmäßig, da Eier darin hängen bleiben können.
Wie oft du entwurmen solltest, hängt von der Lebensweise des Hundes ab. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Hunde dort, wo der Parasit häufig ist, mindestens viermal im Jahr zu entwurmen. Europäische Parasitenexperten raten bei Hunden in Endemiegebieten, die an Innereien oder Kadaver von Nutztieren gelangen können, zu einer Behandlung mindestens alle sechs Wochen und bei Hunden mit hohem Risiko, etwa Hunden, die mit rohem Fleisch oder Innereien gefüttert werden, zu einer monatlichen Behandlung. Ein Stadthund ohne Zugang zu rohen Organen braucht möglicherweise einen anderen Rhythmus. Dein Tierarzt kann den passenden Plan festlegen.
Die Eier des Hundebandwurms sind widerstandsfähig. Bei kühlen, feuchten Bedingungen können sie monatelang überleben, und den meisten Haushaltsdesinfektionsmitteln widerstehen sie. Trockenheit und Sonnenlicht schädigen sie mit der Zeit. Den Kot zügig aufzusammeln, wirkt besser als der Versuch, den Boden hinterher zu reinigen.
Gerettete und frisch adoptierte Hunde
Straßen- und Dorfhunde in Teilen des Balkans haben womöglich Kadaver gefressen oder rohe Innereien zu fressen bekommen. Bei Paw Squadron geht es nach jeder Rettung als Erstes zum Tierarzt und zum Baden. Jedes Tier erhält eine Untersuchung, eine Entwurmung und eine Behandlung gegen Flöhe und andere Parasiten. Vor der Adoption erhält außerdem jedes Tier eine Untersuchung, eine Behandlung, Impfungen und einen Mikrochip.
Wenn ein geretteter Hund bei dir eingezogen ist, frag deinen eigenen Tierarzt nach einer Entwurmung gegen Bandwürmer und einem Plan, der zum neuen Leben des Hundes passt. Europäische Leitlinien zur Parasitenbekämpfung empfehlen, einen Hund, der aus einem Gebiet kommt, in dem der Parasit vorkommt, bald nach der Ankunft zur Bandwurmbehandlung beim Tierarzt vorzustellen. Einige Länder, darunter das Vereinigte Königreich, Irland, Finnland, Malta und Norwegen, schreiben außerdem vor, dass ein Tierarzt ein bis fünf Tage vor der Einreise eines Hundes eine Bandwurmbehandlung durchführt. Die Vorschriften können sich ändern, deshalb klär die aktuellen Regeln für dein Land mit deinem Tierarzt.
Mehr zur Parasitenvorsorge liest du in PawPedia. Wenn du Fragen zu einem bestimmten Hund hast, schick uns eine Adoptionsanfrage.
Siehe auch
Aus unseren Rettungsaktionen
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ist keine tierärztliche Beratung. Wende dich in Fragen der Gesundheit deines Tieres immer an einen Tierarzt. Einige Bilder in PawPedia sind möglicherweise KI-generiert.
Diese Seite wurde zuletzt am 30. September 2026 aktualisiert.


