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Impfungen für Welpen und Hunde: Ein einfacher Leitfaden

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7 Min. Lesezeit Zuletzt aktualisiert am

Aus PawPedia, einer Enzyklopädie über das Leben mit Tieren

Inhalt
Auf einen Blick
Ein schwarz-lohfarbener Welpe liegt auf einem weißen Handtuch auf einem Behandlungstisch, eine Hand liegt auf seinem Rücken, daneben stehen zwei Glasfläschchen.
Ein schwarz-lohfarbener Welpe auf einem Behandlungstisch neben zwei kleinen Glasfläschchen
Core-ImpfstoffeFür alle Hunde empfohlen: Staupe, Parvovirose, Hepatitis sowie Tollwut, wo sie vorkommt oder gesetzlich vorgeschrieben ist
Erste DosisCore-Impfstoffe werden ab einem Alter von 6 bis 8 Wochen empfohlen
GrundimmunisierungAlle 2 bis 4 Wochen eine weitere Dosis, bis der Welpe mindestens 16 Wochen alt ist
Entscheidende DosisDie Dosis mit 16 Wochen oder später ist am wichtigsten
Zusätzliche DosisEine weitere Dosis mit etwa 26 Wochen (sechs Monaten), es sei denn, ein Bluttest auf Antikörper zeigt, dass der Welpe geschützt ist
TollwutimpfungErste Dosis oft mit etwa 12 Wochen, je nach Impfstoff und örtlichen Vorschriften
Auffrischung bei erwachsenen HundenStaupe, Parvovirose und Hepatitis nicht häufiger als alle drei Jahre
Jährliche AuffrischungImpfstoffe gegen Leptospirose und die meisten gegen Zwingerhusten werden in der Regel jährlich gegeben
Reisen in der EUZuerst der Mikrochip, Tollwutimpfung ab 12 Wochen, eine Wartezeit von mindestens 21 Tagen und ein EU-Heimtierausweis
Leichte ReaktionenSchmerzempfindlichkeit oder eine kleine Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, weniger Appetit oder leichtes Fieber
Notfall beiNach einer Impfung: Schwellungen im Gesicht, Quaddeln, wiederholtes Erbrechen oder Durchfall, Atembeschwerden, starker Husten, plötzliche Schwäche oder Zusammenbrechen

Impfungen gehören zu den einfachsten Möglichkeiten, einen Hund vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Ein paar Tierarztbesuche in den ersten Lebensmonaten und anschließende Auffrischungsimpfungen schützen die meisten Hunde vor Krankheiten, die schwer zu behandeln und manchmal tödlich sind.

Dieser Ratgeber behandelt Core-Impfstoffe und optionale Impfstoffe, den Impfplan für Welpen, Auffrischungsimpfungen, Nebenwirkungen und die Tollwutregeln für Reisen in Europa. Dein Tierarzt passt den Plan an Alter, Gesundheit, Lebensweise und Wohnregion deines Hundes an.

Wie Impfungen einen Hund schützen

Ein Impfstoff zeigt dem Immunsystem eine harmlose Form oder einen Teil eines Krankheitserregers, sodass der Körper viel schneller reagiert, wenn später die echte Infektion kommt. Die wichtigsten Impfstoffe gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis enthalten meist ein abgeschwächtes lebendes Virus. Hat ein Hund gut darauf angesprochen, hält der Schutz meist jahrelang an.

Welpen sind ein Sonderfall. In ihren ersten Lebenstagen nehmen sie Antikörper mit der ersten Milch ihrer Mutter auf, dem sogenannten Kolostrum. Diese Antikörper schützen sie eine Zeit lang, können aber auch verhindern, dass eine Impfung wirkt. Sie bauen sich bei jedem Welpen unterschiedlich schnell ab, und ohne Bluttest kann niemand genau sagen, wann. Deshalb bekommen Welpen im Abstand von einigen Wochen eine Reihe von Impfungen, um den Moment zu erwischen, in dem die mütterlichen Antikörper absinken.

Core-Impfstoffe und optionale Impfstoffe

Tierärzte teilen Impfstoffe für Hunde in zwei Gruppen ein. Core-Impfstoffe werden für alle Hunde empfohlen. Optionale Impfstoffe, von Tierärzten Non-Core-Impfstoffe genannt, werden gegeben, wenn die Lebensweise oder die Region einen Hund einem Risiko aussetzt. Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) führt diese Core-Impfstoffe für Hunde auf.

  • Staupe, verursacht durch ein Virus, das Lunge, Darm und Nervensystem befallen kann
  • Canines Parvovirus, das vor allem bei Welpen schweres Erbrechen und Durchfall verursacht
  • Hepatitis contagiosa canis, verursacht durch das Canine Adenovirus, das die Leber schädigen kann
  • Tollwut, überall dort, wo die Krankheit vorkommt oder örtliche Gesetze die Impfung vorschreiben

Tollwut verläuft fast immer tödlich, sobald Anzeichen auftreten, und sie kann auf Menschen übertragen werden, meist durch Bisse. Deshalb ist die Tollwutimpfung für Hunde in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben.

Leptospirose ist eine bakterielle Infektion, die über den Urin infizierter Tiere wie Ratten verbreitet wird. Hunde stecken sich meist über verunreinigtes Wasser oder verunreinigte Erde an. Die Infektion kann Nieren und Leber schädigen, und auch Menschen können sich anstecken. Die WSAVA zählt den Leptospirose-Impfstoff inzwischen in Regionen, in denen die Krankheit bei Hunden häufig ist und ein geeigneter Impfstoff verfügbar ist, zu den Core-Impfstoffen. Das betrifft viele Teile der Welt. Frag deshalb deinen Tierarzt, ob er in den Standardimpfplan deines Hundes gehört.

Die häufigsten optionalen Impfstoffe schützen vor Zwingerhusten, der oft durch Bordetella-Bakterien und das canine Parainfluenzavirus verursacht wird. Manche werden als Tropfen in die Nase oder ins Maul gegeben, und viele Hundepensionen verlangen sie. Sie verringern vor allem, wie schwer ein Hund erkrankt. In einigen Ländern bieten Tierärzte außerdem für Hunde in Zeckengebieten einen Impfstoff gegen Borreliose an und in Teilen Südeuropas einen Impfstoff gegen Leishmaniose, eine durch Sandmücken übertragene Parasitenerkrankung. Beide wirken ergänzend zum Schutz vor Zecken und Sandmücken und ersetzen ihn nicht.

Der Impfplan für Welpen

Die WSAVA empfiehlt, mit den Core-Impfstoffen im Alter von 6 bis 8 Wochen zu beginnen. Danach bekommt der Welpe alle 2 bis 4 Wochen eine weitere Dosis, bis er mindestens 16 Wochen alt ist. Von Abständen unter zwei Wochen zwischen den Dosen wird abgeraten. Die Dosis mit 16 Wochen oder später ist am wichtigsten, weil die mütterlichen Antikörper bis dahin bei den meisten Welpen abgebaut sind.

Eine kleine Zahl von Welpen spricht selbst mit 16 Wochen noch nicht an. Deshalb rät die WSAVA zu einer weiteren Dosis mit etwa 26 Wochen, also im Alter von sechs Monaten. Eine andere Möglichkeit ist ein Bluttest auf Antikörper mindestens vier Wochen nach der letzten Welpendosis. Zeigt er, dass der Welpe geschützt ist, ist die Dosis mit sechs Monaten nicht nötig.

Die erste Tollwutimpfung wird oft im Alter von etwa 12 Wochen gegeben, je nach Impfstoff und örtlichen Vorschriften. Wo gegen Leptospirose geimpft wird, erfolgt die erste Dosis meist ab einem Alter von etwa 8 Wochen und eine zweite Dosis 2 bis 4 Wochen später.

Jeder Tierarztbesuch mit einem Welpen beginnt meist mit einer Untersuchung, und bei vielen gehört auch eine Entwurmung dazu. Bei einem kranken oder trächtigen Hund verschieben Tierärzte Impfungen in der Regel und entscheiden im Einzelfall, wann sie sicher durchgeführt werden können.

Bis die Grundimmunisierung abgeschlossen ist, raten Tierärzte meist, einen Welpen von Hundeparks und anderen Orten fernzuhalten, an denen viele unbekannte Hunde unterwegs sind. Sozialisierung bleibt in diesen Wochen trotzdem wichtig. Begegnungen mit gesunden, geimpften Hunden an sauberen, privaten Orten bergen nur ein geringes Risiko. Dasselbe gilt für eine gut geführte Welpengruppe, die eine erste Impfung mindestens eine Woche vor der ersten Stunde verlangt. Mehr über Sozialisierung und andere frühe Pflege erfährst du in unserem Ratgeber zum ersten Lebensjahr eines Welpen.

Auffrischungsimpfungen für erwachsene Hunde

Sobald ein Welpe eine gute Immunität aufgebaut hat, rät die WSAVA, die Impfungen gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis nicht häufiger als alle drei Jahre aufzufrischen. Viele Hunde bleiben noch deutlich länger geschützt.

Andere Impfstoffe müssen häufiger aufgefrischt werden. Impfstoffe gegen Leptospirose und die meisten Impfstoffe gegen Zwingerhusten werden in der Regel jährlich gegeben. Auffrischungsimpfungen gegen Tollwut richten sich nach der Packungsbeilage des Impfstoffs, die ein oder drei Jahre angibt, und nach den örtlichen Gesetzen. Weichen beide voneinander ab, hat das Gesetz Vorrang. Sind seit der letzten Leptospirose-Impfung eines Hundes 18 Monate oder mehr vergangen, rät die WSAVA, noch einmal mit zwei Dosen im Abstand von 2 bis 4 Wochen zu beginnen.

Manche fragen vor einer Auffrischungsimpfung nach Antikörpertests, oft auch Titertests genannt. Bei Staupe, Parvovirose und Hepatitis contagiosa canis bedeuten Antikörper bei einem erwachsenen Hund sehr wahrscheinlich, dass er geschützt ist. Werden keine Antikörper gefunden, empfehlen Tierärzte in der Regel eine Auffrischungsimpfung. Über den Schutz vor Leptospirose sagt der Test viel weniger aus. Dein Tierarzt kann dir sagen, ob ein Test für deinen Hund sinnvoll ist.

Tollwutregeln für Reisen in Europa

Die Tollwutimpfung ist die Grundlage für Reisen mit Hund in der Europäischen Union. Für Reisen zwischen EU-Ländern braucht ein Hund einen Mikrochip, der vor der Tollwutimpfung implantiert wurde, eine Tollwutimpfung, die frühestens im Alter von 12 Wochen gegeben wurde, eine Wartezeit von mindestens 21 Tagen nach der ersten Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Auffrischungsimpfungen gegen Tollwut müssen gegeben werden, bevor die aktuelle Impfung abläuft, sonst beginnt die 21-tägige Wartezeit von vorn.

Hunde, die aus bestimmten Ländern außerhalb der EU einreisen, brauchen außerdem einen Bluttest, der zeigt, dass die Tollwutimpfung gewirkt hat, und danach eine Wartezeit von drei Monaten. Serbien, Nordmazedonien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro stehen derzeit auf der EU-Liste der Länder, für die dieser Test nicht nötig ist. Albanien und die Türkei stehen nicht darauf. Die vollständigen Reiseregeln findest du in unserem Ratgeber zu Tollwut bei Hunden und Katzen.

Nebenwirkungen und wann du den Tierarzt anrufen solltest

Die meisten Hunde zeigen keine oder nur eine leichte Reaktion auf Impfungen. Häufige Anzeichen sind Schmerzempfindlichkeit oder eine kleine Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, weniger Appetit oder leichtes Fieber. Diese vergehen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen. Ein kleiner, fester Knoten an der Injektionsstelle kann ein paar Wochen brauchen, bis er verschwindet. Ruf deine Tierarztpraxis an, wenn er länger als drei Wochen bleibt oder weiter wächst. Impfstoffe, die als Nasentropfen gegeben werden, können einige Tage lang Niesen, Husten oder Nasenausfluss verursachen.

Schwere allergische Reaktionen sind selten. Sie beginnen meist innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach der Injektion. Es ist ein Notfall, wenn dein Hund nach einer Impfung Schwellungen im Gesicht, an der Schnauze oder um die Augen, Quaddeln, wiederholtes Erbrechen oder Durchfall, Atembeschwerden, starken Husten oder plötzliche Schwäche bekommt oder zusammenbricht. Wende dich sofort an deine Tierarztpraxis oder eine Notfall-Tierklinik.

Kleine Hunde und Hunde, die bei einem Termin mehrere Impfungen bekommen, haben ein etwas höheres Risiko für Reaktionen. Wenn dein Hund schon einmal auf eine Impfung reagiert hat, sag es deinem Tierarzt. Er schlägt vielleicht vor, weniger Impfungen auf einmal zu geben und die übrigen auf getrennte Termine zu verteilen.

Impfungen für gerettete und frisch adoptierte Hunde

Von der Straße gerettete Hunde haben oft keine bekannte Impfgeschichte. Laut WSAVA bietet bei einem Hund, der älter als etwa sechs Monate ist und dessen Vorgeschichte unbekannt ist, eine Dosis eines Core-Impfstoffs in Form eines modifizierten Lebendimpfstoffs sehr wahrscheinlich einen lang anhaltenden Schutz. In Situationen mit hohem Risiko, etwa bei einem Ausbruch, geben Tierärzte eventuell 2 bis 4 Wochen später eine zweite Dosis. Gegen Leptospirose empfiehlt die WSAVA bei einem Hund mit unbekannter Vorgeschichte zwei Dosen im Abstand von 2 bis 4 Wochen.

Bei Paw Squadron geht es nach jeder Rettung als Erstes zum Tierarzt und zum Baden. Jedes Tier erhält eine Untersuchung, eine Entwurmung und eine Behandlung gegen Flöhe und andere Parasiten. Vor der Adoption erhält jedes Tier außerdem Impfungen und einen Mikrochip.

Wenn du adoptierst, bring den Heimtierausweis oder Impfpass deines Hundes in den ersten Wochen zu deinem eigenen Tierarzt. Er kann prüfen, was wann gegeben wurde und wann die nächsten Auffrischungsimpfungen fällig sind. Ein junger Welpe braucht möglicherweise noch Impfungen, bis seine Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Wenn du die Tollwut-Auffrischungen pünktlich machen lässt, kann dein Hund reisen, ohne dass erneut eine 21-tägige Wartezeit anfällt.

Impfungen sind ein Teil der Routinevorsorge, zusammen mit Parasitenbekämpfung, Zahnpflege und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. Mehr zu diesen Themen findest du in PawPedia. Wenn du überlegst, einem geretteten Hund ein Zuhause zu geben, besuch unsere Adoptionsseite.

Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ist keine tierärztliche Beratung. Wende dich in Fragen der Gesundheit deines Tieres immer an einen Tierarzt. Einige Bilder in PawPedia sind möglicherweise KI-generiert.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Oktober 2026 aktualisiert.

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