Diabetes bei Hund und Katze: Anzeichen, Behandlung und tägliche Pflege
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Inhalt

| Ursache | Der Körper bildet zu wenig Insulin oder spricht nicht mehr richtig darauf an |
|---|---|
| Am stärksten gefährdet | Übergewichtige Katzen, deren Diabetesrisiko bis zu viermal höher ist; bei Hunden Hündinnen, deren Risiko etwa doppelt so hoch ist wie das von Rüden |
| Typisches Alter | Hunde und Katzen mittleren und höheren Alters |
| Erste Anzeichen | Trinkt und uriniert viel mehr als zuvor |
| Häufige Anzeichen | Frisst gut oder sogar mehr als sonst und nimmt trotzdem ab |
| Diagnose | Typische Anzeichen zusammen mit einem anhaltend hohen Blutzucker und Zucker im Urin |
| Behandlung | Die meisten brauchen Insulininjektionen unter die Haut, meist zweimal täglich zu den Mahlzeiten; der Tierarzt wählt das Insulin und die Dosis |
| Prognose | Bei den meisten Hunden lebenslang, doch mit einem gleichmäßigen Tagesablauf leben viele Tiere mit Diabetes jahrelang gut |
| Vorbeugung | Nicht jeder Fall lässt sich verhindern; ein gesundes Gewicht ist einer der hilfreichsten Schritte |
| Risiko für Menschen | Nicht ansteckend; die Krankheit kann weder zwischen Haustieren noch von Haustieren auf Menschen übertragen werden |
| Notfall bei | Ein Tier mit Diabetes erbricht, verweigert das Futter, ist schwach, atmet schnell, zittert, schwankt, wirkt verwirrt, hat einen Krampfanfall oder bricht zusammen |
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Hunden und Katzen mittleren und höheren Alters. Den meisten Tierhaltern fällt zuerst auf, dass ihr Tier viel mehr trinkt und Urin absetzt als früher. Oft frisst das Tier gut oder sogar mehr als sonst und verliert trotzdem an Gewicht.
Bei den meisten Hunden besteht Diabetes lebenslang, doch mit einem gleichmäßigen Tagesablauf leben viele Tiere mit Diabetes noch jahrelang gut. Viele Katzen, die früh behandelt werden, gehen in Remission und brauchen kein Insulin mehr.
Was Diabetes im Körper bewirkt
Die Bauchspeicheldrüse bildet Insulin, ein Hormon, das Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen schleust. Bei Diabetes bildet der Körper zu wenig Insulin oder spricht nicht mehr richtig darauf an. Der Zucker sammelt sich im Blut an und tritt in den Urin über, wobei er zusätzliches Wasser mitzieht. Deshalb trinken Tiere mit Diabetes so viel und setzen so viel Urin ab. Den Zellen fehlt Energie, also baut der Körper stattdessen Fett und Muskulatur ab.
Hunde und Katzen entwickeln meist unterschiedliche Formen. Bei den meisten Hunden mit Diabetes gehen die Zellen verloren, die Insulin bilden. Das kann die Folge einer immunbedingten Schädigung oder wiederholter Schübe einer Pankreatitis sein, einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese Hunde brauchen ihr Leben lang Insulin. Die meisten Katzen mit Diabetes haben eine Form, die dem Typ-2-Diabetes beim Menschen ähnelt. Ihre Bauchspeicheldrüse bildet noch etwas Insulin, doch der Körper spricht schlecht darauf an, und Übergewicht verschlimmert das.
Diabetes ist nicht ansteckend. Er kann weder zwischen Haustieren noch von Haustieren auf Menschen übertragen werden.
Risikofaktoren
Bei Hunden tritt Diabetes meist im mittleren Alter oder später auf. Hündinnen erkranken etwa doppelt so häufig daran wie Rüden. Zwergpudel, Dackel und Schnauzer gehören zu den Rassen, die häufiger betroffen sind, doch jeder Hund kann daran erkranken. Bei unkastrierten Hündinnen wirken die Hormone der Läufigkeit und der Trächtigkeit dem Insulin entgegen und können die Krankheit auslösen. Auch Fettleibigkeit, das Cushing-Syndrom und eine Langzeitbehandlung mit Steroiden oder gestagenhaltigen Hormonpräparaten erhöhen das Risiko.
Bei Katzen ist Übergewicht der größte Risikofaktor. Übergewichtige Katzen erkranken bis zu viermal häufiger an Diabetes. Höheres Alter, männliches Geschlecht, eine bewegungsarme Lebensweise und Steroidmedikamente erhöhen das Risiko zusätzlich. In einigen Ländern scheinen auch Burmakatzen anfälliger zu sein.
Anzeichen, auf die du achten solltest
Die Anzeichen entwickeln sich langsam, deshalb schiebt man sie leicht auf das Alter oder heißes Wetter. Achte auf diese Veränderungen.
- Viel mehr Wasser trinken als sonst
- Häufiger oder in größeren Mengen Urin absetzen, größere Klumpen in der Katzentoilette oder Missgeschicke in der Wohnung bei einem stubenreinen Hund
- Guter oder gesteigerter Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
- Wenig Energie und ein stumpfes, ungepflegtes Fell
- Infektionen, die immer wiederkehren, etwa Blasen- oder Hautinfektionen
- Trübe Augen bei Hunden, verursacht durch den Grauen Star
- Schwache Hinterbeine bei Katzen, manchmal mit fast bis auf den Boden abgesenkten Sprunggelenken
Bei Katzen mit Freigang kann das vermehrte Trinken und Urinieren leicht übersehen werden, und ein langsamer Gewichtsverlust ist dann vielleicht der erste Hinweis. Grauer Star ist bei Hunden mit Diabetes häufig und kann nach der Diagnose rasch fortschreiten, bei Katzen mit Diabetes ist er dagegen selten. Die tiefe Haltung auf schwachen Hinterbeinen bei Katzen entsteht durch Nervenschäden bei schlecht eingestelltem Diabetes. Sie ist nicht schmerzhaft und bessert sich unter der Behandlung oft.
Wann es ein Notfall ist
Unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes kann zu einer diabetischen Ketoazidose führen. Der Körper verbrennt dabei so schnell Fett, dass sich Säuren, sogenannte Ketonkörper, im Blut anreichern. Das ist lebensbedrohlich und erfordert eine stationäre Behandlung, meist mit Infusionen über die Vene, Insulin und häufigen Blutuntersuchungen. Das umgekehrte Problem, eine Unterzuckerung, kann während der Behandlung auftreten. Sie folgt meist auf zu viel Insulin, eine ausgelassene Mahlzeit oder ungewohnte körperliche Belastung und kann ebenfalls tödlich sein.
Wende dich sofort an eine Tierarztpraxis, wenn dein Tier eines dieser Anzeichen zeigt.
- Erbrechen oder Futterverweigerung
- Schwäche oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit
- Schnelle Atmung oder Anzeichen einer Dehydratation
- Zittern, Schwanken oder Verwirrtheit
- Ein Krampfanfall oder Zusammenbruch
Es lohnt sich, in deiner Tierarztpraxis schon vorher nachzufragen, welche Erste Hilfe bei einer Unterzuckerung empfohlen wird. Viele Tierärzte raten, etwas Honig oder Sirup auf das Zahnfleisch zu reiben und dann sofort in die Praxis zu fahren.
Wie Tierärzte die Diagnose stellen
Der Tierarzt stellt Diabetes anhand der typischen Anzeichen zusammen mit anhaltend erhöhtem Blutzucker und Zucker im Urin fest. Ein einzelner hoher Messwert reicht nicht immer aus. Vor allem bei Katzen kann der Blutzucker durch den Stress eines Praxisbesuchs kurzzeitig ansteigen. Deshalb ergänzen Tierärzte oft einen Fructosamin-Test, der den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen etwa zwei Wochen widerspiegelt.
Die meisten Tierärzte veranlassen außerdem eine allgemeine Blutuntersuchung und eine Urinuntersuchung. Damit wird nach Ketonkörpern, Harnwegsinfektionen und anderen Erkrankungen gesucht, die Diabetes schwerer einstellbar machen, etwa Pankreatitis oder das Cushing-Syndrom.
Wie die Behandlung aussieht
Die meisten Tiere mit Diabetes brauchen Insulinspritzen unter die Haut, meist zweimal täglich im Abstand von etwa 12 Stunden und jeweils zu den Mahlzeiten. Die Nadeln sind sehr fein, und die meisten Tiere gewöhnen sich schnell an die Injektionen. Deine Tierarztpraxis zeigt dir, wie du sie verabreichst. Der Tierarzt wählt die Insulinart und die Dosis aus und passt sie in den folgenden Wochen an. Dazu erstellt er eventuell ein Blutzuckertagesprofil, das heißt, der Blutzucker wird etwa 12 Stunden lang alle ein bis zwei Stunden gemessen, in der Praxis oder zu Hause.
Die Ernährung ist Teil der Behandlung. Für Hunde ist es am besten, jeden Tag dasselbe Futter in derselben Menge zu denselben Zeiten zu bekommen, und Tierärzte empfehlen oft ein Futter mit höherem Ballaststoffgehalt. Katzen profitieren meist von einer eiweißreichen, kohlenhydratarmen Ernährung, oft mit Nassfutter. Übergewichtige Tiere brauchen einen Plan zur Gewichtsabnahme, und bei Katzen sollte die Abnahme langsam erfolgen und mit dem Tierarzt geplant werden. Unkastrierte Hündinnen werden in der Regel kastriert, und Steroidmedikamente werden nach Möglichkeit abgesetzt oder umgestellt.
Für manche Katzen gibt es in einigen Ländern als Option ein neueres orales Medikament, das einmal täglich gegeben wird. Es eignet sich für neu diagnostizierte Katzen, die ansonsten gesund sind und noch nie Insulin bekommen haben, weil es nur wirkt, solange die Bauchspeicheldrüse noch etwas Insulin bildet. Katzen, die es bekommen, brauchen eine engmaschige tierärztliche Kontrolle.
Viele Katzen mit Diabetes gehen in Remission, das heißt, ihr Blutzucker bleibt ohne Insulin im Normalbereich. Das geschieht meist innerhalb von drei bis vier Monaten nach Beginn der Futterumstellung und der Insulintherapie. Die Chancen sind am besten, wenn die Behandlung früh beginnt und der Blutzucker gut eingestellt ist. Eine Katze, die nach etwa sechs Monaten nicht in Remission ist, braucht höchstwahrscheinlich lebenslang Insulin. Eine Remission kann enden, deshalb empfehlen Tierärzte meist, bei derselben Ernährung zu bleiben und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.
Ein auf Augenheilkunde spezialisierter Tierarzt kann diabetisch bedingten Grauen Star bei geeigneten Hunden oft operativ entfernen und so das Sehvermögen wiederherstellen.
Tägliche Pflege zu Hause
Ein fester Tagesablauf ist das Kernstück der Diabetesbehandlung. Tierärzte empfehlen, Mahlzeiten und Insulin jeden Tag zu denselben Zeiten zu geben und die Bewegung gleichmäßig zu halten. Ein plötzlicher langer Lauf oder ein sehr aktiver Tag kann den Blutzucker absinken lassen.
Insulin wird in der Regel erst gegeben, wenn du weißt, dass dein Tier gefressen hat. Frag deinen Tierarzt schon vorher, was zu tun ist, wenn eine Mahlzeit ausgelassen oder nur teilweise gefressen wird. Wenn du nicht sicher bist, ob eine Dosis richtig verabreicht wurde, raten die meisten Tierärzte, diese Dosis auszulassen und die nächste zur gewohnten Zeit zu geben. Eine doppelte Dosis birgt ein viel größeres Risiko als eine ausgelassene.
Insulin wird im Kühlschrank aufbewahrt, niemals im Gefrierfach, und vor Wärme und Sonnenlicht geschützt, denn beides schwächt es. Es gibt Insulin in verschiedenen Konzentrationen, und für jede Konzentration braucht man die passende Spritzenart.
In vielen Haushalten wird ein einfaches Protokoll geführt: Insulinzeiten, gefressenes Futter, Wasseraufnahme und wöchentliches Gewicht. Ein gemeinsamer Plan am Kühlschrank verhindert, dass zwei Familienmitglieder jeweils eine Dosis geben. Der Blutzucker lässt sich auch zu Hause messen, mit einem Blutzuckermessgerät oder einem kleinen Hautsensor, der ihn fortlaufend misst. Bei Katzen sind Messungen zu Hause oft zuverlässiger, weil der Stress in der Praxis wegfällt.
Veränderungen beim Durst und beim Urinabsatz sind nützliche Signale. Wenn dein Tier wieder mehr trinkt oder mehr Urin absetzt, sag deinem Tierarzt Bescheid, denn die Behandlung muss eventuell angepasst werden. Sobald das Tier stabil eingestellt ist, sind Kontrollen alle paar Monate üblich.
Vorbeugung und frisch adoptierte Tiere
Nicht jeder Fall lässt sich verhindern, besonders bei Hunden. Ein gesundes Gewicht zu halten ist einer der hilfreichsten Schritte, und bei Katzen zählt es am meisten. Abgemessene Mahlzeiten, regelmäßige Bewegung und die Kastration von Hündinnen senken alle das Risiko. Wenn dein Tier langfristig Steroide braucht, frag deinen Tierarzt, wie du auf Diabetes achten kannst.
Tiere mittleren und höheren Alters profitieren von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen mit Blut- und Urintests. Damit lässt sich Diabetes erkennen, bevor die Anzeichen deutlich werden.
Bei Paw Squadron führt der erste Weg nach jeder Rettung zum Tierarzt, und jedes Tier wird vor der Adoption untersucht, behandelt, geimpft und bekommt einen Mikrochip. Diabetes kann sich trotzdem später im Leben entwickeln. Wenn du ein erwachsenes oder älteres Tier adoptierst, hilft es, in den ersten Wochen seine normalen Trink- und Fressgewohnheiten kennenzulernen. Hält vermehrter Durst länger als ein paar Tage an, vereinbare einen Termin beim Tierarzt.
Weitere Ratgeber zu Gesundheit und Pflege findest du in PawPedia, oder lerne auf unserer Adoptionsseite die Tiere kennen, die ein Zuhause suchen.
Siehe auch
Aus unseren Rettungsaktionen
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Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ist keine tierärztliche Beratung. Wende dich in Fragen der Gesundheit deines Tieres immer an einen Tierarzt. Einige Bilder in PawPedia sind möglicherweise KI-generiert.
Diese Seite wurde zuletzt am 23. Oktober 2026 aktualisiert.